St. Katharinen zeigt Modell der Friedensorgel

Die Gemeinde St. Katharinen präsentierte am Sonntag ein Modell der Friedensorgel, die bis 2018 in ihrer Kirche gebaut werden soll. Orgelbauer Metzler und andere erklärten Details des Neubaus.

Ein Meilenstein auf dem Weg zur Friedensorgel sei erreicht, so Jan David Dreyer vom Kirchenvorstand St. Katharinen. Am Sonntag präsentierte der Orgel-Sachverständigenrat sowie der Schweizer Orgelbauer Andreas Metzler der Öffentlichkeit ein Modell des zu bauenden Instruments, das erste Mal kann man sich nun also einen optischen Eindruck verschaffen. „Das Instrument ist kein Projekt der Kirchengemeinde allein, sondern für die Stadt und für die Region,“ so Dreyer.

Kreiskantor Arne Hatje erklärt: „Bis jetzt hatten wir ja nur diese Vision, wir hatten nichts Greifbares. Dieser Schritt ist gemacht, und jetzt können wir den Leuten auch etwas vor Augen führen.“ Das Gehäuse wurde vom Architekturbüro Kaupp und Franck aus Mannheim entworfen. Es musste sich, so die Vorgaben des Denkmalschutzes, sowohl von der gotischen Kirche als auch von den enthaltenen Elementen des 20. Jahrhunderts absetzen. „Man soll sehen, dass es eine Orgel des 21. Jahrhunderts ist“, so Hans Christoph Becker-Foss vom Sachverständigenrat.

2018 soll neue Orgel stehen

2018 soll die neue Orgel stehen. In der ersten Hälfte 2017 müsse er anfangen zu bauen, sagt Andreas Metzler, um ein Instrument in den geplanten Dimensionen rechtzeitig fertig zu stellen. Vier Manuale und Pedal, 67 Register, das größte Musikinstrument in Osnabrück. Vorher geht es natürlich auch darum, Sponsoren zu gewinnen und Gelder einzuwerben, denn die grob mit zwei Millionen Euro veranschlagten Kosten müssen zu zwei Dritteln aufgebracht sein, bevor überhaupt der offizielle Auftrag an den Orgelbauer ergehen kann.
Konzeption steht

Doch die Konzeption steht und wurde vom Sachverständigenrat bereits in einigen Details erläutert. Ein Teil der Orgel soll „dynamisch“ sein. Es ist dadurch genau das möglich, was Orgeln normalerweise nicht können: eine Differenzierung des Winddrucks und damit eine Veränderung der Lautstärke und Klangfarbe. „Das ist ein Spielzeug“, sagt Arne Hatje, zugleich aber eine Weiterentwicklung des Orgelbaus und vorrangig für die Improvisation mit ungewohnten Effekten zu gebrauchen. Bislang gibt es weltweit nur eine Orgel mit diesen Möglichkeiten, ebenfalls von der Firma Metzler gebaut.

Zumindest der obere Teil des Turmfensters wird sichtbar bleiben, was spontanen Applaus der Anwesenden hervorrief. Auch die spanischen Trompeten, jene horinzontal hervorragenden Register, werden in der neuen Orgel wieder zu finden sein. „Das wurde von ganz vielen Seiten an uns herangetragen“, so Arne Hatje. Allerdings diesmal richtig: Hans Christoph Becker-Foss erklärt große Unterschiede zu den spanischen Trompeten der jetzigen Orgel.
Außerdem soll das neue Instrument alle Möglichkeiten bieten, um Orgelmusik von ihren Anfängen bis heute überzeugend darzustellen. Eine große dynamische Flexibilität bei der Begleitung von Soloinstrumenten und Chören gehört ebenso zum Konzept wie die klangliche Durchsetzungskraft bei Konzerten mit großem Symphonieorchester.

Ein Artikel von Jan Kampmeier. Mit freundlicher Genehmigung der NOZ.